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Ein Dank an unser St.-Elisabeth-Krankenhaus

veröffentlicht am: 19. März 2017

Nach 48 Berufsjahren im gleichen Betrieb wurde ich am 25. September 1990 mit 61 Jahren in den sogenannten Vorruhestand verabschiedet. Damals tat die frühzeitige Verabschiedung ins Rentnerleben noch etwas weh.

Am gleichen Abend überraschte mich ein gesundheitliches Tief und ich landete mit Blaulicht im Krankenhaus in Pfafferode. Nach 4 Wochen wurde ich in das Krankenhaus nach Mühlhausen überwiesen. Hier verbrachte ich wiederum 4 Wochen und wurde von dort nach Erfurt verlegt, wo ich auch das erste Vierteljahr meines Krankenhausaufenthaltes verbrachte. Zum krönenden Abschluss kam ich noch in unserem St.-Elisabeth-Krankenhaus an, wo ich nochmals 4 Wochen blieb. So habe ich nun mit Höhen und Tiefen 26 Jahre meines Ruhestandes überlebt und Gott Dank gehe ich nun mit Riesenschritten auf die 90 zu. Seit langen Jahren bin ich nun auch schon bei unserem örtlichen Doc in ständiger Behandlung. So war er nun vor einigen Wochen der Meinung, dass mir bei meinem derzeitigen Gesundheitszustand ein 2-wöchiger Aufenthalt in der Tagesklinik des St.-Elisabeth-Krankenhauses gut täte. Da ich vor 2 und 4 Jahren schon einmal in der Tagesklinik war und gute Erfahrung gemacht hatte, freute ich mich auf diesen Aufenthalt. Zu meiner Freude waren die netten Krankenschwestern von damals alle noch im Dienst.

Täglich wurde ich nun in einem Sammeltaxi um Punkt 8:30 Uhr von zu Hause abgeholt und um 15:00 Uhr wieder nach Hause gebracht. Das klappte alles sehr gut und die Taxifahrer/innen waren alles sehr nette Leute. So war ich nun täglich sehr fürsorglich umsorgt, mit acht anderen Patienten. Meine Mitpatienten kamen aus Mühlhausen, Heyerode, Treffurt, Wanfried, Großbartloff, Großburschla und Lengenfeld. Ihr Alter lag zwischen 75 und 92 Jahren. Ich muss sagen, trotz aller Wehwehchen, die wir hatten, sind wir zu einer fröhlichen Gemeinschaft zusammengewachsen. So wurden wir täglich, in den 6 Stunden unseres Aufenthaltes, beschäftigt.

Gleich nach der Ankunft ging es zum Sport in einer großen Gruppe. Hier wurde manches Glied und mancher Muskel bewegt, was uns wieder etwas gelenkiger machte. Für mich persönlich stand dann 15 Minuten Radfahren auf dem Programm. In etwa die Strecke Lengenfeld Ershausen. Am Vormittag stand täglich Visite bei einer sehr netten Ärztin an. Der Chefarzt selbst machte verschiedene Untersuchungen an einigen elektronischen Geräten, teils im Beisein von anderen Ärzten. Jeden Vormittag durfte ich eine Stunde handwerklich arbeiten. Seit meinen Jugendjahren hatte ich nie wieder eine Laubsäge in der Hand. Jetzt durfte ich Sperrholzbretter nach Vorlage aussägen. Diese wurden dann von anderen Patienten benötigt, um darauf Flechtarbeiten zu Körbchen zu machen. Es hat mir richtig Spaß gemacht und einige Male kam ich richtig ins Schwitzen dabei. So hatte jeder anwesende Patient eine handwerkliche Aufgabe und so verging der Vormittag wie im Fluge. Punkt 11:30 Uhr aßen wir Mittag. Ehrlich gesagt; jeden Tag ein Gedicht, ein 3-Gänge-Menü.

Nach so einem abwechslungsreichen Vormittag waren wir alle etwas müde. So klappte unsere Schwester für jeden ein Klappbett auf und wir sagten uns gegenseitig: Geh zur Ruh und schließe beide Äuglein zu. So war für Jeden eine Stunde Mittagsruh, die uns allen sehr gut tat. Nach der Mittagsruhe fand sich dann noch eine Gesangsgruppe zusammen, die fröhliche alte Volkslieder sang. Auch wurden noch ärztliche Untersuchungen vorgenommen. Gegen 15:15 Uhr duftete schon der Kaffee, mit täglich selbstgebackenem Kuchen. So feierten wir jeden neuen Tag ein Kaffeekränzchen. Es war wie früher, bei Mutter daheim.

Jeder trug zu einer fröhlichen Unterhaltung bei und wir hatten trotz unserer Wehwehchen viel Frohsinn, Spaß und Unterhaltung.

Und so sagte meine Großmutter Wilhelmine oft zu mir: Willi, wenn dü was geschenkt kriest, dan musste eu Dankescheen saege. Und so möchte ich dies auch im Namen meiner Mitpatienten tun und allen, die zu unserer Gesundheit beigetragen haben, ein ganz herzliches Dankeschön sagen.

Wir Lengenfelder dürfen darauf stolz sein, ein solches Krankenhaus, nun schon über 100 Jahre, in unserem Dorf zu haben.

Danke, euer Patient
Willi Tasch